IM STIL DER SALOMONES

Eleganz und Bodenständigkeit sind wichtige Bestandteile der Philosophie der Oettinger Davidoff AG – und waren entscheidende Gestaltungskriterien beim Neubau des Maison Davidoff in Basel. Die elegante und großzügige Wirkung des Gebäudes wird eindrucksvoll unterstützt durch die gebogene Verglasung.

Sie laufen an beiden Enden spitz zu und sind weitaus schwieriger zu rollen als andere: Die Salomones, legendäre Zigarren, die zu fertigen nur wenige „Torcedores“ in der Lage sind. Symbolisch finden sich diese Meisterwerke der Zigarrenkunst nun im Maison Davidoff wieder, dem Neubau und Hauptsitz des Basler Familienunternehmens Oettinger Davidoff AG. Als Säulen in der Fassade prägen sie das Erscheinungsbild des 2017 fertiggestellten Gebäudes, das das Firmengebäude von 1930 an derselben Stelle ersetzt. Das von Diener & Diener Architekten entworfene Maison Davidoff fügt sich, an einer der vielbefahrensten Straßen der Stadt liegend, modern und wie selbstverständlich in das Basler Stadtbild ein. Das Gebäude ist als mehrstöckige lang gestreckte Halle mit Attikageschoss konzipiert, die an der Straße entlanggeführt und zur Ecke der Parzelle hin geschwungen ist. Auch an der Stirn- und Rückseite des Gebäudes bestimmen Rundungen die Form. Besonders eindrucksvoll unterstützt die gebogene Verglasung die elegante und großzügige Wirkung des Gebäudes.

Der Altbau aus den 1930er-Jahren, ursprünglich zum Wohnen geplant, war in nicht weniger als 114 enge Räume unterteilt. Ein Konzept, das den heutigen Anforderungen der modernen Arbeitswelt nicht mehr entsprach. Der Neubau erstreckt sich über sieben Etagen mit einer Fläche von 7.667 m2 (SIA 416). Er zeichnet sich durch offene und kommunikative Arbeits- und Repräsentationsräume, Showrooms, gediegene Zigarren-Lounges, eine einladende Cafeteria und last but not least den Walkin-Humidor aus. Und er repräsentiert gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Besuchern die Philosophie des Unternehmens: Eleganz und zugleich Bodenständigkeit; offenes Denken und zugleich klare Strukturen. „Mit den expressiven tragenden Außenstützen wollten wir ein Haus formen, das vom belebten Inneren mit den Arbeitsplätzen von Davidoff spricht. Wie ein Chor umstellen die Stützen die Büroebenen und werden Teil der Tektonik, der Poetik der handwerklichen Konstruktion. Die äußere Form richtet sich an den Passanten und stellt sich der Anonymität der großen Verkehrsachse entgegen“, so Roger Diener. Seine einprägsame Gestalt schöpft die einfache Grundform des Maison Davidoff aus der plastischen Kontur und Anordnung ihrer vorfabrizierten tragenden Stützen aus lasiertem Stahlbeton. Die bauchigen Schäfte und die Interkolumnien gliedern die transparente Fassade umlaufend.

Logistik und Formgebung
Die Lage des Maison Davidoff an der vielbefahrenen Nauenstrasse 73 stellte sowohl an die Logistik als auch an die Konstruktion hohe Anforderungen. Die Verglasung, ausgeführt als dreifaches Verbundsicherheitsglas, übernahm dabei Wärme-, Schall- und Personenschutzfunktionen. Besonders anspruchsvoll war die Fertigung der gebogenen Gläser, wie Ralph Hubmann, Projektleiter bei Aepli Metallbau erläutert: „Alle Rundgläser wurden für die brillante Optik im Schwerkraftverfahren über spezielle Biegeformen gebogen. Dabei waren auch anspruchsvolle Radien zu bewältigen, ähnlich wie in einer 90-Grad-Ecke.“ Gleichzeitig mussten Sichtverzerrungen durch das gebogene Glas vermieden werden. Auch die Wahl der richtigen Wärmeschutzschicht – denn nicht jede Schicht ist biegbar – war entscheidend, um Farbdifferenzen zu den übrigen planebenen Fenstern zu vermeiden. Die gebogenen Gläser lieferte das Saint-Gobain GLASSOLUTIONS Objekt-Center Döring Berlin. Das Unternehmen fertigte insgesamt 455 m2 gebogene Glasfassade mit Scheiben in Formaten bis 3.177 x 2.590 mm. Die 1.463 m² Isolierverglasung (323 Stück) fertigten Saint-Gobain GLASSOLUTIONS Flachglaswerk Radeburg und Saint-Gobain Vetrotech Kreuzlingen. Das Maison Davidoff ist im Minergie-Standard gebaut und entsprechend zertifiziert.

Foto: © Oettinger Davidoff AG 2016

  

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