TRANSPARENTE GERICHTSBARKEIT

Das neue Justizgebäude von Renzo Piano Building Workshop (RPBW) in Paris führt die bislang getrennten Institutionen an einem neuen Ort wieder zusammen. In dem 160 Meter hohen und allseitig verglasten Gebäude lassen fast 30.000 m² Gläser ein subtiles Spiel aus Transparenz und Reflexion entstehen.

Die Pariser Skyline ist um einen Höhepunkt reicher: Nach dem Eiffelturm und dem Tour Montparnasse ragt das Nouveau Tribunal de Paris, das neue Justizzentrum, jetzt als dritthöchster Bau der französischen Hauptstadt in den Himmel. Der gläserne, 160 Meter hohe Turm führt die über die Stadt verteilten Außenposten der Justizbehörde auf 100.000 Quadratmetern zusammen – nachdem der historische Hauptsitz der Pariser Justiz auf der Île de la Cité schon vor Jahren zu klein geworden war. Entworfen hat den vierteilig abgestuften Koloss, der im letzten Jahr fertiggestellt wurde, das Pariser Büro von Renzo Piano Building Workshop.

Von außen wirken die drei, auf einem fünf bis acht Stockwerke hohen Sockel gestapelten Kuben wie eine Unternehmenszentrale, repräsentative Symbole der Justiz sucht man vergeblich. Im Gegenteil: Die gestapelten, unterschiedlich großen Kuben sollen eine gewisse Leichtigkeit vermitteln und das 28 Meter hohe Atrium mit seinen schlanken Stahlstützen Besucher freundlich empfangen. Neben den Gerichtssälen fasst der Turm etwa 600 Büros, eine Bibliothek, zwei Cafeterien und eine Kantine. Warmes Buchenholz, cremefarbene Akzente und viel Licht sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

Am GLASSOLUTIONS-Projektstandort in Steyr wurden für das neue Justizzentrum über viele Monate hinweg fast 30.000 Quadratmeter Gläser für den Innen- und Außenbereich veredelt. Zu den Haupttypen der Fassadengläser zählen die Sonnenschutzgläser SGG COOL-LITE SKN 054 und SGG COOL-LITE ST BRIGHT SILVER, das dank der sehr guten Sonnenschutzeigenschaften und des optimalen Reflexionsgrades für ein nahezu ganzjährig angenehmes Raumklima sorgt. Auch ökologisch hat das Gebäude Vorbildcharakter: 323 Bäume verteilen sich auf die 7.000 Quadratmeter große, bepflanzte Terrasse in der achten und die Hochgärten in der 19. und 29. Etage. Hinzu kommen Photovoltaikmodule an der Ost- und Westfassade sowie kleine Markisen, die vor den Fenstern angebracht wurden. Insgesamt komme der Energieverbrauch auf 75 Kilowatt je Quadratmeter und Jahr – halb so viel wie die modernen Bürohochhäuser in La Défense verschlingen, so die Projektbeschreibung.

Foto: © Laurent Zylberman-Graphix-Images

  

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