23. Mai 2020

Höhepunkt der Sicherheit

Brandschutzverglasungen in der neuen Bergstation Zugspitze

Im Juli 2018 wurde der Umbau der Bergstation der neuen Bayerischen Seilbahn Zugspitze mit der Eröffnung des Gipfelrestaurants Panorama 2962 abgeschlossen. Das nach Plänen von Hasenauer.Architekten erweiterte Gebäude auf Deutschlands höchstem Berg erlaubt dank großzügiger Verglasung spektakuläre Panoramablicke. Für Sicherheit in der Bergstation sorgen Brandschutzgläser von Vetrotech SAINT-GOBAIN. Die Erfahrungen des Unternehmens mit Projekten in großen Höhen waren in diesem Fall sehr wertvoll, da Herstellung, Lieferung und Einbau der Gläser allen Beteiligten Enormes abverlangte.

Blick auf die umgebaute Bergstation Zugspitze
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Die neue, spektakulär gelegene Bergstation der neuen Bayerischen Seilbahn Zugspitze bietet grandiose Ausblicke in die umgebende Bergwelt. © Vetrotech SAINT-GOBAIN, Fotograf: Christoph Seelbach

Alles, außer gewöhnlich: Die im Juli 2018 mit der Eröffnung des Restaurants in der Bergstation endgültig fertiggestellte neue Bayerische Seilbahn Zugspitze ist ein Projekt der Extreme, sowohl was die Konstruktion als auch was die Rahmenbedingungen betrifft. Die weltweit längste freischwebende Seilbahn hat nur einen einzigen Stützpfeiler, die mit 127 Metern Höhe bislang weltweit höchste Stahlstütze. Die beiden bodentief verglasten Großraumkabinen bieten jeweils Platz für bis zu 120 Personen und können bis zu 580 Personen pro Stunde auf den Gipfel befördern. Der Umbau und die Erweiterung der Bergstation fanden zudem an Deutschlands höchstgelegener Baustelle auf knapp 3.000 Metern statt. Die neue Seilbahn ersetzt die bisherige Pendelseilbahn. Die alte Eibseebahn konnte den großen Andrang auf die Zugspitze – pro Jahr sind es rund eine halbe Million Besucher – nicht mehr bewältigen.

Herausforderungen für den Transport der Brandschutzverglasung

Die Höhe, die am Gipfel der Zugspitze herrschenden Witterungsbedingungen, geologische Faktoren und die Logistik stellten enorme Herausforderungen für das Projekt dar. Das galt auch für den Transport der Brandschutzverglasungen von Vetrotech SAINT-GOBAIN, die wie alle anderen Materialien von einem Zwischenlager auf 1.200 Metern Höhe mit einer separaten Materialseilbahn auf die Baustelle transportiert werden mussten, und den Einbau der Verglasungen in der Bergstation durch das Unternehmen Stahlbau Pichler aus Bozen (I). In der Station sorgen die 176 m2 CONTRAFLAM-Gläser von Vetrotech SAINT-GOBAIN in unterschiedlichen Aufbauten vor allem für Sicherheit in den Übergängen der einzelnen Nutzungsbereiche, sei es als Tür, Fenster oder als Brandschutzwand.

Maximale Platzausnutzung

Die erweiterte und neugestaltete Bergstation nach Plänen von Hasenauer.Architekten aus Saalfelden (A) ist ein konstruktives Highlight, das über drei Ebenen den Zugang zur Gletscherbahn, zur gastronomischen Infrastruktur und zur Gipfelterrasse mit 360°-Panoramablick ermöglicht. Die besondere Herausforderung beim Ausbau bestand darin, das Gebäude auf dem vorhandenen Platz zu erweitern, um mehr Raum für Gastronomie und Aussichtsplattformen zu schaffen, ohne die Grundfläche zu vergrößern. Die Architekten nutzten dabei geschickt die Konstruktionselemente der neuen Seilbahn. So wurde auf der Nordseite eine Plattform auf den in den Fels getriebenen Pollertürmen der Tragseilbefestigung gebaut, die vor den Betontürmen ca. 23 Meter auskragt. Auf der Südseite nutzten sie die Abspannvorrichtung durch den A-Bock, die die Zugkräfte von der Nord- auf die Südseite umlenkt, für ein neues vollverglastes Treppenhaus. Die bauliche und optische Öffnung des vorher geschlossenen Treppenhauses verbindet die Station noch stärker mit der faszinierenden Umgebung. Die neue Großzügigkeit ist bereits direkt bei der Ankunft erlebbar, ein verglaster Bahnsteig mit beeindruckenden Einblicken in die Nordwand dient als Ausgangspunkt für den Rundgang durchs Gebäude. Sowohl die bessere Erschließung der Bergstation als auch die Vergrößerung der Aufenthaltsflächen verfolgen zudem das Ziel, die Besucherströme so zu lenken, dass die Bergwelt möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Brandschutzgläser als Verbundsicherheitsgläser

Besonders freut sich Sebastian Kroesen von Hasenauer.Architekten, der das Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung begleitete, darüber, dass es gelungen ist, trotz des Besucheransturms mit der Bergstation eine Oase der Ruhe zu schaffen. Durch die Gestaltung und die Einrichtung der gastronomischen Bereiche mit entsprechenden schalldämmenden Materialien ist sowohl visuell als auch faktisch eine ruhige Umgebung entstanden. Für Sicherheit sorgen sowohl im Restaurant als auch an den Aus- und Übergängen, beispielsweise zu den Treppenhäusern, Brandschutzgläser CONTRAFLAM 30 als Verbundsicherheitsgläser STADIP 66.2 aus PLANIDUR und PLANITHERM ONE und als geprüfte Einscheibensicherheitsgläser SECURIT-H. Einen starken ästhetischen Akzent setzen die als Parallelogramme gefertigten Verglasungen, die einen Blick aus dem Restaurant auf die Seilbahntechnik erlauben. Damit die Gläser den Transport auf rund 3.000 Metern Höhe unbeschadet überstehen konnten, wurden sie mit Ventilen versehen, die einen Druckausgleich ermöglichten, und die vor dem Einbau wieder entfernt wurden.

Mit Hilfe der Hochleistungsverglasungen ist es gelungen, den Brandschutz in der Bergstation so zu realisieren, dass die gewünschte maximale Transparenz ihre Wirkung entfalten kann und die Verbindung zur Natur auf allen Ebenen erlebbar ist. Die Bergstation ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie Vetrotech in Zusammenarbeit mit den Partnern Lösungen entwickelt, die den höchsten projektspezifischen Anforderungen entsprechen.

Herausforderung Höhe

Lieferung, Transport und Lagerung von Gläsern in großen Höhen bringen einige Herausforderungen mit sich. Die Lieferung erfolgt je nach Möglichkeit mit der Seilbahn, der Bergbahn oder dem Helikopter. Weil die in Glasaufbauten enthaltene Luft bzw. die Gase auf verringerten Luftdruck in Höhen mit Ausdehnung reagieren, ist es notwendig, einen Druckausgleich herzustellen, damit sich die tiefen Temperaturen nicht negativ auf das Glas auswirken. Für den Transport wird deshalb ein Kapillarrohr eingefügt. Ist das Glas auf der Zielhöhe angekommen, muss es am Einbauort ca. 1-2 Stunden ruhen, bis der Druckausgleich vollständig abgeschlossen ist. Bei dem Vorgang spielt das Zeitmanagement eine wichtige Rolle. Vetrotech SAINT-GOBAIN verfügt bei der Realisierung von Projekten in großen Höhen mit den entsprechenden Anforderungen über die nötige Kompetenz und Erfahrung. Dies stellte das Unternehmen zuletzt beispielsweise bei der Bahnstation Zermatt (Kleines Matterhorn) oder auf dem Pilatus unter Beweis.