15. Februar 2020

Sanierung der St. Jakobshalle in Basel

Hohe räumliche Transparenz durch überlange Glasformate

Charakteristisch für die St. Jakobshalle in Basel ist ihre zentrale, große Halle mit geschwungener Betondachkonstruktion. Nach der Sanierung fasst ein weit auskragendes Vordach den 2018 wiedereröffneten Komplex aus Halle und Annexbauten zu einem Ganzen zusammen. Ein doppelgeschossiges, gläsernes Foyer mit Sonnenschutzglas von SAINT-GOBAIN Glass öffnet ihn zum Außenraum und bindet das Haus in die städtebauliche Situation neu ein.

Foyer der St. Jakobshalle mit überlangen Glasscheiben
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Transparent und licht: Das Foyer der sanierten St. Jakobshalle in Basel. © Barbara Bühler, Basel

Der Sport- und Veranstaltungskomplex St. Jakobshalle in Basel wurde in den späten 1960er-Jahren im Zeichen des Brutalismus entworfen und 1976 eingeweiht. Charakteristisch ist seine zentrale, große Halle mit geschwungener Betondachkonstruktion. In die Jahre gekommen, wurde das Haus nun von den Architekten Degelo und Berrel Berrel Kräutler saniert und nach heutigen Standards umgebaut. Den Haupteingang positionierten die Architekten an die St. Jakobs-Straße vis-à-vis zum Baseler Stadion. Dem Komplex vorgelagert ist ein neu geschaffener  Platz, der die Besucher in den über Eck orientierten, offenen Eingangsbereich leitet. Ein massives Betonvordach bildet einen geschützten Außenraum und weist, einer einladenden Geste gleich, auf die öffentliche Funktion des Hauses hin. „Der Komplex gruppiert sich um die Halle, die an sich schön ist, aber bisher unvermittelt in der Umgebung stand. Wir haben das Gebäude mit dem auskragenden Dach nun an die Straße gerückt. Dadurch erhält es eine eindeutige Adresse“, erläutert Architekt Heinrich Degelo das städtebauliche Konzept.

Hoher Glasanteil für viel Transparenz

Verbaut wurden an der Fassade 276 insgesamt 16 bzw. 14 mm starke Dreifach-Isolierglasscheiben, hergestellt von Thiele Glas, die mit COOL-LITE® XTREME 50/22 II sonnenschutzbeschichtet sind. 50 davon sind überlang: 6,5 Meter hoch und 2,8 Meter breit, weisen sie ein Einzelgewicht von 1,5 Tonnen auf. Weitere 9 auf 2 Meter große Elemente befinden sich auf der Rückseite des Gebäudes. „Uns Architekten war es wichtig, dass man unter das Vordach tritt und die Fassade so wenig präsent wie möglich ist. Von daher wollten wir keine Sprossen, keine Unterteilung in der Fassade“, so Degelo. Andreas Bittis, International Market Manager Business Unit Façade bei SAINT-GOBAIN, ergänzt: „Der Rahmenanteil in der Pfosten-Riegel-Konstruktion ist gegenüber dem Anteil des Glases sehr gering. Die Pfosten haben eine Ansichtsbreite von 60 Millimetern. Aufgrund der überlangen Glasformate erzielen wir eine hohe räumliche Transparenz.“  Für den Einbau wurden die Elemente unter das 8 bis 16 Meter tiefe Vordach transportiert und in die richtige Einbauposition gedreht und gekippt. Hierfür benutzte die für die Montage beauftragte Firma Heavydrive spezielle Geräte wie etwa einen Mini-Kran mit 3-Achsen-Manipulator-Aufsatz oder eine Vakuum-Sauganlage. Auf diese Weise hob sie die XXL-Scheiben millimetergenau in die Konstruktion ein.

Angenehmes Raumklima dank Sonnenschutzglas

Das in der St. Jakobshalle eingesetzte Sonnenschutzglas COOL-LITE®  XTREME 50/22 II hat eine Selektivität größer 2 und einen Ug-Wert von 0,5 W/m2K. Die hohe Lichttransmission dieses Glastypus‘ bewirkt im Innenraum eine lichtdurchflutete Atmosphäre; die ausgezeichneten g-Werte sorgen für ein angenehmes Raumklima. Die äußere Reflexion der Scheiben ist sehr niedrig, die Außenansicht farbneutral. Abhängig vom architektonischen Entwurf und der Bauphysik wird dadurch ein externer Sonnenschutz überflüssig. Gerade bei Sanierungsvorhaben wie dem der St. Jakobshalle in Basel lassen sich dadurch Funktion und Ästhetik gut vereinen.

Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 44.000 Quadratmetern bietet die modernisierte St. Jakobshalle Räumlichkeiten für Sport- und Kulturveranstaltungen für bis zu 12.000 Zuschauer. Neben der energetischen Sanierung der Gebäudehülle, der Verbesserung der Infrastruktur, des Brandschutzes und der Gebäudetechnik wurde das Sicherheitskonzept des Gebäudes überarbeitet und der neuen multifunktionalen Nutzung zugeführt. Aus dem bisher eingeschossigen und dunklen Eingangsbereich schufen die Entwurfsverfasser einen vielseitig bespielbaren und zum Platz hin doppelgeschossigen, großzügigen Raum. Große, runde Oberlichter erhellen den über Freitreppen verbundenen oberen Foyerbereich. Die umlaufende Glasfront hebt die Grenze zwischen Innen und Außen auf.