13. Juni 2021

Glasfassaden zukunftsgerecht planen

Im Spannungsfeld: Sommerlicher Wärmeschutz und Tageslichtnutzung

Die gesetzlichen Vorgaben zum sommerlichen Wärmeschutz und zur Tageslichtnutzung stehen sich teils diametral gegenüber. Doch welche Anforderungen bestehen im Wohnbau eigentlich genau? Wie lassen sich diese bei der Planung berücksichtigen – speziell auch vor dem Hintergrund des Trends zu großen Glasflächen in der modernen Architektur? Und: Wie können Glasfassaden in Zeiten des Klimawandels schon heute zukunftsgerecht geplant werden? Der Beitrag gibt einen Überblick.

Skulptur der Göttin Justitia mit verbundenen Augen und einer Waage in einer hochgehaltenen Hand vor schemenhaft zu erkennenden Büchern auf einem Tisch
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© Billion Photos/Shutterstock.com

Geltende Regelungen

Der sommerliche Wärmeschutz in Wohn- und Nichtwohngebäuden wird seit November 2020 im neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) geregelt und muss für alle Räume in Hochbauten nachgewiesen werden, die auf mindestens 19° C beheizt sind. Ziel dabei ist es, den Energieaufwand zur Kühlung von Räumen zu reduzieren und ein behagliches und für die Nutzer angenehmes Raumklima herzustellen. Das GEG hat die zuvor in der DIN 4108-2 „Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz“ enthaltenen Regelungen übernommen.

Die gesetzlichen Regelungen zur Tageslichtversorgung von Wohngebäuden werden seit vielen Jahren in der Musterbauordnung, den jeweiligen Landesbauordnungen sowie der DIN 5034 („Tageslicht in Innenräumen“) definiert – die Vorgaben entsprechen aber vielfach nicht mehr den Anforderungen des modernen Bauens. Seit 2019 bietet daher die DIN EN 17037 „Tageslicht in Gebäuden“ einen zeitgemäßen Ansatz und neue Richtwerte, die nicht mehr – wie in der DIN 5034 – auf dem Verhältnis der Fenstergröße zur Raumgröße, sondern auf der tatsächlichen Belichtung des Raums basieren. Die Ermittlung der genauen Tageslichtversorgung erfordert komplexe Berechnungen inklusive einer Ganzjahressimulation der Beleuchtungsstärken. Aber der Aufwand lohnt sich, denn diese Herangehensweise sorgt – im Gegensatz zur bisherigen „Flächenregel“ – für einen ausreichenden Sonnenlichteintrag im Raum und trägt damit vor allem der enormen Bedeutung einer ausreichenden Tageslichtversorgung in Gebäuden Rechnung.

Wie lassen sich die Anforderungen zusammenbringen?

Eines ist klar: Maximaler Wärmeschutz und gleichzeitig maximale Tageslichtversorgung – das ist schlecht machbar. DIE optimale Lösung für Wohngebäude gibt es daher nicht. Jedes Bauwerk bedarf aufgrund der Norm-Vorgaben und der unterschiedlichen Ausrichtungen, der Lüftung, Speichermassen, Fensterflächenanteile und Wärmeeinträge einer genauen Planung im Vorfeld.

Vorteilhaft zeigt sich je nach Anforderung der Einsatz einer leistungsfähigen Verglasung mit Sonnenschutzbeschichtung wie zum Beispiel COOL LITE SKN 176 oder CLIMATOP ECLAZ SOLAR. Dank des niedrigen g-Werts <40 heizen sich Innenräume weniger schnell auf – so ist auch im Sommer ein angenehmes Raumklima garantiert. Gleichzeitig ist eine sehr gute Tageslichtversorgung gewährleistet.

Für den effektiven Blendschutz bzw. einen variablen Sonnenschutz empfehlen sich als Ergänzung dazu innenliegende Systeme wie Rollos oder Jalousien. Mit einer solchen Kombination – gegebenenfalls mit einem zusätzlichen Belüftungskonzept – lassen sich die Vorgaben von sommerlichem Wärmeschutz und Tageslichtnutzung in Wohngebäuden optimal verbinden.

Wie sieht eine zukunftsgerechte Planung aus?

Wichtiger denn je ist es, den Klimawandel und dessen Auswirkungen schon heute zu berücksichtigen. Eine weitsichtige Planung bzw. die intelligente Konzeption von Sonnenschutzverglasungen und Sonnenschutz sichert auch in zukünftig immer heißeren und längeren Sommern eine Reduzierung der Kühlenergie und eine Verbesserung des Raumklimas. Nicht zuletzt sollte eine vorausschauende Planung auch vor dem Hintergrund des vermehrten Trends zum Homeoffice erfolgen. Denn immer mehr häusliche Arbeitszimmer müssen zukünftig die (höheren) Anforderungen eines angenehmen und produktiven Arbeitsumfelds erfüllen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im come.inn Magazin

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Weitere Informationen zu den gesetzlichen Vorgaben finden Sie hier:

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG), § 14 „Sommerlicher Wärmeschutz“
  • DIN EN 17037 „Tageslicht in Gebäuden“