2. September 2020

Astrid Lindgren Grundschule in Clenze

Lernen bei Tageslicht

In der Astrid Lindgren Südkreisschule in Clenze haben Schülerinnen und Schüler dank eines ausgeklügelten Tageslichtkonzepts optimale Lichtverhältnisse zum Lernen. Bei den in Lernlandschaften aufgeteilten Räumlichkeiten kamen speziell konzipierte Leuchten zum Einsatz, die in „Schwarmstrukturen“ auf die jeweiligen Tageslichtsituationen abgestimmt sind. Effiziente Zweifach-Isolierverglasungen bieten gute Wärmedämmung und erlauben den Einfall von ausreichend Tageslicht.

Ein grau-bunt gestreiftes Schulgebäude mit zwei Flügeln, großen Fensterflächen und Außentreppen. Im Vordergrund spielende Kinder und eine kleine Baumgruppe rechts.
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Bei der Astrid Lindgren Südkreis Schule in Clenze spielt das Tageslicht eine zentrale Rolle im architektonischen Konzept. © Rainer Erhard

Kaum ein anderer Faktor beeinflusst unser Leben so sehr wie das natürliche Sonnenlicht. Das gilt nicht nur für Aktivitäten in der Natur, sondern auch für den Aufenthalt in Gebäuden. Untersuchungen zeigen: Licht mit Beleuchtungsstärken über das rein visuell Geforderte hinaus, das sich am Tagesrhythmus orientiert, kann Schülerinnen und Schülern helfen, Merkfähigkeit, Konzentration und auch das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Beim Neubau der Astrid Lindgren Südkreisschule in Clenze konnten die Architekten von ralf pohlmann : architekten von Anfang an die Nutzung des Tageslichts optimal planen. Weil eine Sanierung die gleichen Kosten wie ein Neubau verursacht hätte, wurde das Gebäude neu gebaut und die Lichtverhältnisse konnten von Beginn an in die Planungen einbezogen werden. Dafür arbeitete der Architekt mit den Planern Arne Hülsmann und Peter Andres vom Büro Andres Lichtplanung aus Hamburg zusammen.

Lernen in Lernlandschaften

Wesentliches Element des architektonischen Konzeptes sind die Lernlandschaften, das bedeutet, die Schülerinnen und Schüler sitzen in einer Art Großraumbüro an speziell für das Konzept entwickelten Tischen in Vierergruppen und haben durch eine kleine, etwa 25 cm hohe Rückwand doch eigene klar definierte Plätze. Insgesamt vier Lerngruppen verteilen sich im Hauptgebäude auf zwei Gebäudeflügel und auf Erd- und Obergeschoss. Zu jedem Lerngruppenbereich gehören, neben der großen Lernlandschaft, eine Garderobe und zwei Gruppenräume.

Vorrang für Tageslicht – effiziente Zweifach-Isolierverglasung

Außergewöhnlich an diesem Schulprojekt ist die Einbeziehung des Tageslichtes als integraler Bestandteil des architektonischen Konzeptes. Auf den Ergebnissen einer Tageslichtuntersuchung aufbauend entwickelten die Planer ein Kunstlichtkonzept, bei dem auf die unterschiedlichen Tageslichtsituationen im Raum Rücksicht genommen wurde. Als Ergebnis wurden die Leuchten in einer „Schwarmstruktur“ angeordnet, die sich an den Stellen, an denen das Tageslicht weniger Einfluss auf den Raum nimmt, verdichtet. An den Fensterfronten, an denen das natürliche Licht vorherrscht, waren dagegen weniger Leuchten notwendig als in der Raummitte. In Absprache mit den Lichtplanern und den Bauherren wurde daher entschieden, bis auf die Nordfassade die Isolierverglasung von einer Drei-Scheiben- auf eine Zwei-Scheiben-Verglasung zu reduzieren, um so mehr Tageslicht in den Raum zu holen. Einschränkungen der Energieeffizienz gab es dadurch nicht. So konnten jederzeit optimal beleuchtete Lernplätze geschaffen werden – und vor allem vergleichbare Lernvoraussetzungen für alle Schüler mit wohltuendem, lernorientiertem Licht.