21. September 2021

Design- und Ornamentgläser als Sicherheitsgläser im Innenbereich

Mit Sicherheit schön strukturiert

Glas im Gebäude punktet mit seinen ästhetischen Qualitäten und seiner Transparenz. Auf besondere Weise vereinen dies Design- und Ornamentgläser und bieten so vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Wo im Innenbereich erhöhte Anforderungen an die Sicherheit gestellt werden, lassen sich zahlreiche Designgläser zu ESG oder VSG verarbeiten.

Große zweiteilige Glasschiebetüranlage aus transparentem Ornamentglas, hinter der teilweise und schemenhaft eine Badewanne zu erkennen ist. Im Vordergrund ein Bett, dahinter türkisfarbene Glasschiebetüren, mit einem schmalen Spiegel in der Mitte. Rechts ist hinter der halb geöffneten Tür Kleidung zu sehen.
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Designgläser entfalten als Ganzglastüren eine faszinierende Raumwirkung - ob vorgespannt oder emailliert. © Saint-Gobain Glass Deutschland

Glas ist im Innenbereich in zahlreichen Anwendungen denk- und einsetzbar. Wie kein anderes Material leitet es natürliches Licht weiter und strukturiert Räume, ohne sie zu trennen. Besonders eindrucksvolle Wirkungen lassen sich mit Design- und Ornamentgläsern erzielen. Hier kommt es auf die Kombination von drei Aspekten an: Farbe, visuelle Anmutung – transparent, lichtdurchlässig oder blickdicht – und Oberflächenstruktur. Designgläser sind im Allgemeinen gekennzeichnet durch Struktur, Form und Farbe. Man unterscheidet dabei nach technischer und dekorativer Bearbeitung. Sie werden zumeist im Gussglasverfahren hergestellt, wobei das Design durch Einprägen der Muster in die heiße Glasmasse entsteht. Bei Flachgläsern werden die Glasscheiben nach dem Zuschnitt weiterverarbeitet, indem sie mechanisch oder manuell veredelt werden. Designgläser eignen sich für nahezu alle Einsatzbereiche im Innen- und Außenraum, im gewerblichen wie im privaten Bereich.

Der entscheidende Aspekt von Designgläsern ist ihre Wirkung. So lassen sich Räume mit Wänden aus Ornamentglas in einzelne Bereiche unterteilen, ohne die Räume optisch zu verkleinern. Durch Glastüren kann Licht auch in Räume ohne Tageslicht fallen. Weite und Großzügigkeit lassen sich durch verspiegelte Flächen an Wänden, Decken oder Trennwänden erzielen. Verspiegelte Wandverkleidungen spielen mit dem Licht und lassen Räume größer erscheinen. Farbige Gläser akzentuieren und strukturieren Räume: So bereichert lackiertes Glas als Wandverkleidung oder dekoratives Element die Innengestaltung um intensive Farben, Glanz und zeitlose Qualität und setzt elegante Akzente in Wandverkleidungen, Möbeln oder Schranktüren.

Ornamentgläser: schön und sicher

Das charakteristische Merkmal aller Gussgläser ist die ausgeprägte Ornamentierung der Oberfläche, man spricht deshalb auch von Ornamentglas. Gussglas hat eine hohe Lichtdurchlässigkeit, ist aber nicht oder nur eingeschränkt durchsichtig. Je nach Strukturanordnung kann Licht gerichtet in den Raum gelenkt werden. Das Glas wird farblos oder farbig, ohne oder mit Drahtnetzeinlage, mit ein- oder beidseitig strukturierter Oberfläche erzeugt.

Die glatten Seiten von Ornamentgläsern und die Oberflächen von Floatglas können durch unterschiedliche Techniken gestaltet werden. Je nach Einbausituation kann es notwendig sein, dass das Glas über Sicherheitseigenschaften verfügt. Dies ist beispielsweise bei Ganzglastüren und -trennwänden oder Schiebetüranlagen der Fall, kann aber auch angeraten sein, wenn sich Kinder oder sturzgefährdete Personen in Privaträumen aufhalten, wo der Einsatz von Sicherheitsglas gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Zahlreiche Design- und Ornamentgläser können durch Vorspannen zu Einscheiben-Sicherheitsglas verarbeitet werden. Wo dies produktionsbedingt nicht möglich ist, können Designgläser zu Verbund-Sicherheitsgläsern aus in der Regel zwei Scheiben gefertigt werden. Zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten dabei die Folien zwischen den Scheiben, die wahlweise ein- oder mehrfarbig sein können. Eine interessante Variante, die Farbe und Sicherheit kombiniert, ist auch das Emaillieren von Gläsern. Für die Herstellung von farbigen, opaken oder transluzenten Oberflächen wird eine Emailschicht auf einer Seite einer vorgespannten oder teilvorgespannten Glasscheibe aufgebracht und anschließend bei sehr hoher Temperatur eingebrannt. Die Emailschicht verschmilzt vollständig mit der Glasscheibe und verleiht dem Glas so eine außerordentliche Haltbarkeit. Die Emailschicht kann auch im Siebdruckverfahren aufgebracht werden.

Die spezifischen Werte von Gussglas entsprechen denen von Floatglas. Ausnahmen sind Gussgläser mit Drahteinlage und die Biegefestigkeit. Durch Verfahren wie Ätzen, Sandstrahlen, Emaillieren oder Gravieren lassen sich Gläser dagegen individualisieren. Ornamentgläser mit einer glatten Seite können auf dieser ebenfalls weiterbearbeitet werden. Durch die Vielfalt an Mustern sind Designgläser damit für die unterschiedlichsten Stile und Anwendungsbereiche geeignet.