18. Dezember 2019

Interview mit Thomas Meissner, Architectural Project Advisor bei SageGlass

„Schaltbare Verglasungen sind eine innovative Alternative“

Im Gespräch mit der glasklar erläutert Thomas Meissner welche Anforderungen an schaltbare Verglasungen gestellt werden, wie die Markteinführung gelingen kann und welchen Mehrwert schaltbare Gläser bieten.

Gebogenes Glasdach mit der schaltbaren Verglasung SageGlass
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© Jeffrey Totaro

glasklar: „Wie entwickelt sich der Markt für schaltbare Verglasungen?“

Thomas Meissner: „In Europa befindet man sich noch im Stadium der Markdurchdringung. Eine Entwicklung, die jedoch, auch aufgrund bereits vorhandener sehr interessanter Projekte in Deutschland und Europa, zunehmend an Fahrt aufnimmt. Wie bei jeder Markteinführung ist es auch hier zunächst notwendig, die zweifelsohne vorhandenen Vorteile und die damit einhergehende Wirtschaftlichkeit von SageGlass im Vergleich zu vorhandenen konventionellen Systemen in den Vordergrund zu stellen. Die Akzeptanz für diese Produkte ist auf jeden Fall vorhanden, wie wir auf Messen und Produktpräsentationen immer wieder festgestellt haben. Schaltbare Verglasungen sind daher mehr als reine Nischenprodukte, sie sind vielmehr eine innovative Alternative zu bereits vorhandenen Licht-, Wärme- und Blendschutzsystemen.“

glasklar: „Welche Anforderungen werden an schaltbare Verglasungen gestellt?“

Thomas Meissner: „Schaltbare Gläser sollen einen Mehrwert bringen, z. B. indem sie die Klima- und Heizkosten reduzieren und Instandhaltungs- und Wartungskosten durch den Wegfall von außen liegenden Sonnen- und Blendschutzeinrichtungen senken. Zudem sollen sie Sonnen- und Blendschutz gewährleisten und gleichwohl die freie Sicht nach Außen ermöglichen. Erwartet wird auch, dass schaltbare Gläser die Tageslichtnutzung optimieren und eine bestmögliche Lichtverteilung bis in die Tiefe des Raumes ermöglichen. Weitere wichtige Punkte sind die Energieeffizienz von Gebäuden und in der Folge niedrigere CO2-Emissionen durch geringeren Energieverbrauch. Damit lassen sich auch bessere Noten durch freiwillige Umwelt-Zertifizierungsprogramme für Gebäude wie LEED und BREEAM erreichen. Zusammengefasst sollen schaltbare Verglasungen für mehr Wohlbefinden, Nachhaltigkeit und Wirtschaft-lichkeit sorgen.“

glasklar: „Haben sich die Anforderungen an schaltbare Verglasungen verändert, und wenn ja, wie?“

Thomas Meissner: „Ja, Stichworte Komfort und Ästhetik! Das elektronisch tönbare SageGlass ermöglicht es Architekten, Designern und Planern, die vielfältigen Anforderungen hinsichtlich Funktion, Design und Ästhetik zu erfüllen. Die spezifischen Eigenschaften von SageGlass erweitern die Einsatzmöglichkeiten von Glas in der Gebäudehülle und eröffnen Planern, Architekten und Bauherren neue Freiheiten bei der Gestaltung.“

glasklar: „Welche Funktionen können schaltbare Verglasungen in Fassaden (zukünftig) übernehmen?“

Thomas Meissner: „Sie tragen unter anderem dazu bei, den Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz zu erhöhen. Und mit ihnen lassen sich helle, lichtdurchflutete Räume ohne unerwünschte Geräusche durch den Betrieb von außen liegenden Jalousien realisieren, ebenso wie blendfreien Sichtkontakt nach außen.“

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Thomas Meissner