21. September 2021

Sicheres Wohnen mit Durchblick

Türen, Trennwände, Treppen und Wandverkleidungen aus Glas

Große Fensterflächen und Terrassen- oder Balkontüren lassen viel Sonnenlicht ins Haus; Licht, das der Mensch zum Wohlfühlen braucht wie die Luft. Und auch im Innenbereich sorgen Glastüren, Trennwände aus Glas oder gläserne Treppen und Wandverkleidungen für Helligkeit und Großzügigkeit. Einscheiben- und Verbund-Sicherheitsgläser erfüllen alle ästhetischen Anforderungen an die Innenraumgestaltung und geben zusätzlich das Plus an Sicherheit.

Blick durch zwei geschlossene, im 45 °-Winkel angeordnete Glastüren. Dahinter mittig eine weiße Badewanne, links zwei weiße ovale Waschbecken an der Wand. Die Wände und die Decke sind in hellen Grüntönen gehalten. Rechterhand zwei Fenster, durch die man in einen Garten schauen kann.
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Modernisierung eines Bades in einem Privathaus © Saint-Gobain Deutsche Glas; Fotograf: Christoph Seelbach

Glastüren bringen Licht in jeden Winkel der Wohnung und schaffen eine offene Atmosphäre, auch wenn sie geschlossen sind. In Haushalten mit Kindern können Glastüren helfen, die Kleinen im Blick zu behalten. Klare transparente Glastüren lassen kleine Räume großzügiger erscheinen, strukturierte oder mattierte Glastüren verhindern die direkte Durchsicht, bleiben aber durchlässig für Licht. Räume ohne Tageslicht wie z. B. Flure wirken mit Glastüren lichter und weiter.

Sicherheitsglas im Innenbereich

Anders als im Außenbereich ist Sicherheitsglas im Innenbereich nicht überall gesetzlich vorgeschrieben. Gerade bei Haushalten mit Kindern ist die Wahl von Sicherheitsglas jedoch angeraten, da einfaches Glas „Bobbycar-Attacken“ nicht standhält. Fahren oder laufen Kinder gegen Türen mit Lichtausschnitten aus Einfachglas, können diese vollständig zersplittern und die dabei entstehenden scharfkantigen Glassplitter zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Sicherheitsglas verhindert bei gebrauchsüblicher Nutzung Glasbruch nahezu vollständig. Und falls es dann doch einmal „klirrt“, zerfällt dieses Glas in kleine Krümel mit stumpfen Kanten, an denen man sich weniger verletzen kann.

Vorgespanntes Sicherheitsglas nach EN 12150 wurde einer Wärmebehandlung unterzogen, die ihm eine fünfmal höhere mechanische Widerstandsfähigkeit gegenüber herkömmlichem Floatglas bietet. Innentüren werden immer vorgespannt und die dafür verwendeten Gläser wie Floatglas, satiniertes Glas und moderne Gussgläser sind dafür bestens geeignet. Das Markenzeichen von Einscheiben-Sicherheitsglas ist ein eingebrannter Stempel in einer Ecke des vorgespannten Glases. Nach dem Vorspannen können die sogenannten SECURIT-Türen nicht mehr geschnitten oder anderweitig bearbeitet werden. Einige Gläser werden auf Grund ihres Herstellungsprozesses stets vorgespannt, z.B. emaillierte oder siebbedruckte Gläser.

Farbige Sicherheitsgläser und ihre Funktionen

Wo transparente Farbe gefragt ist, lassen sich mit Verbund-Sicherheitsglas (VSG) die Themen Ästhetik und Sicherheit gut kombinieren. Eine innenliegende PVB-Folie verbindet zwei oder mehrere Glasscheiben. Während der Produktion werden das Glas und die PVB-Folie unter hohem Druck und Temperatur miteinander verbunden. Im Falle eines Glasbruchs bleibt das Glas an der Folie haften und vermindert so die Verletzungsgefahr. Die Folien gibt es in den unterschiedlichsten Farben, je nach gewünschter ästhetischer Wirkung.

Unter Ganzglas-Anlagen versteht man im Allgemeinen gläserne Trennwandsysteme – sie werden in der Regel aus ESG hergestellt. Anzahl und/oder Dicke der Gläser können variiert und weitere Funktionen integriert werden. So lässt sich VSG mit weitergehenden Sicherheitsansprüchen herstellen wie Angriffs-, Einbruchs- und Durchschusshemmung. Glastüren und -anlagen ermöglichen auch Sichtkontakt zwischen Räumen, die man aus akustischen Gründen abtrennen möchte, z. B. Wohn- und Arbeitsbereich.

Brandschutzgläser schützen Menschenleben und Sachwerte

Wo Brandschutz mit Innentüren und Trennwänden realisiert werden soll, sind entsprechende Systeme mit Brandschutzglas zu empfehlen: Es besitzt, je nach Glasaufbau, die Eigenschaft, im Brandfall die Feuer abgewandte Seite vor Hitze zu schützen, so dass eine gefahrlose Flucht aus dem brennenden Gebäude möglich ist. Generell gilt: Die Aufgabe des Brandschutzes – unabhängig ob baulich oder anlagentechnisch – besteht darin, im Brandfall Menschenleben und Sachwerte zu schützen und für Flüchtende wie Retter über eine ausreichende Zeit begehbare Flucht- und Rettungswege zu schaffen. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist stark vom Gebäudetyp, der Nutzung und dem daraus resultierenden Gesamtsicherheitskonzept abhängig. Die jeweilige Anwendung, z.B. eine verglaste Trennwand oder eine Glastür, bestimmt dabei maßgeblich die Wahl des richtigen Brandschutzglases und entsprechender Zusatzfunktionen wie Wärmeschutz, Schallschutz und Hochsicherheit. Generell gilt: Brandschutzgläser erfüllen sämtliche Anforderungen, die auch an andere Brandschutzmaterialien gestellt werden.

Türen und Beschläge

In Innentüren spielen die Beschläge neben dem Glas eine tragende Rolle. Bei üblichen „Studio“- und „Atelier“-Türen gibt es zahlreiche und elegante Funktionselemente, die äußerst flach und widerstandsfähig sind. Speziell für den Wohnbau gibt es zahlreiche Farb- und Metallausführungen. Auch weitere Funktionen können realisiert werden, wie zum Beispiel eine Gewindespindel, die bewirkt, dass sich der Türflügel beim Öffnen leicht anhebt und selbsttätig wieder schließt. Aktuell sind Schiebetüren, die entweder über ein Rollensystem oberhalb oder in einer Schiene geführt bewegt werden können. Bei üblichen „Studio“- und „Atelier“-Türen gelten Standardmaße. Bei abweichenden Abmessungen wird ein Aufmaß erforderlich. Da Einscheibensicherheitsglas nachträglich nicht bearbeitet werden kann, ist die Genauigkeit des Aufmaßes wichtig.

Muster und Strukturen

Ob klar oder mattiert, Glasinnentüren gibt es in einer Vielzahl von Mustern und Strukturen, die sich mit jedem Stil kombinieren lassen. Klare geometrische Strukturen oder edel satinierte glatte Oberflächen perfektionieren ein modernes Ambiente. Verspielte florale Motive oder eine traditionelle handwerkliche Veredelung wie Rillenschliff schaffen Landhausatmosphäre. Passend zum asiatischen Wohnstil lassen sich Türen mit Ornamenten aus der fernöstlichen Kulturwelt oder Bildmotiven, die an japanische Tuschezeichnungen erinnern, veredeln. Besondere Effekte können mit Ornamentgläsern wie der Designglas-Reihe MASTERGLASS erreicht werden. Sie ist in sechs ausdrucksstarken Varianten erhältlich und ihre verschiedenen Ausführungen können untereinander kombiniert werden, da sie perfekt aufeinander abgestimmt sind. Eine Struktur aus feinen Punkten oder Kästchen lässt dahinter liegende Räume oder Gegenstände weicher wirken, ohne sie ganz aufzulösen – ein reizvoller Effekt z.B. für Ganzglas-Türanlagen. Diese Generation von Ornamentgläsern lässt sich daher optimal in jedes Ambiente integrieren. Selbst für Glasausschnitte bei Innentüren sind Ornamentgläser eine ästhetische Lösung. Allerdings immer wichtig, dass die zu wählenden Gläser / Strukturen auch die baurechtlichen Vorgaben an „Sicherheitsglas“ erfüllen, Dies sollte von PlanerInnen/BauherrInnen berücksichtigt und im Einzelfall mit einem Fachbetrieb besprochen werden.