5. März 2021

Mit blei- und lösungsfreiem Schutzlack: MIRALITE PURE

Warum ist dieser Spiegel gut für die Umwelt?

Mit dem neuen Miralite Pure hat Saint-Gobain Glass einen innovativen Spiegel mit blei- und lösemittelfreiem Schutzlack auf den Markt gebracht. Eva Selle, Produktmanagerin Spiegel bei Saint-Gobain Building Glass Deutschland, erläutert im Interview mit Matthias Rehberger, Redakteur der Fachzeitschrift GLASWELT, Details zum Spiegel und zum wasserbasierten Schutzlack.

]: In schwarz-weißen Farben gehaltenes Badezimmer, in der rechten Bildhälfte ist ein schwarzer, schlanker Waschtisch zu sehen, darüber ein ovaler Spiegel mit weißem, breiten Rahmen
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© GettyImages / © SAINT-GOBAIN GLASS

Der Schutzlack des Spiegels Miralite Pure ist wasserbasiert. Können damit gesundheitsschädliche Ausdünstungen an die Raumluft minimiert werden?

Eva Selle:  Mit der Verwendung von wasserbasiertem Rücklack beim Miralite Pure werden die VOCs, d.h. Lösemittel mit flüchtigen organischen Verbindungen, minimiert; so wird die Innenraumluft in Bad und Wohnraum nicht belastet.

Welche Rolle spielen die Ausdünstungen des Spiegels im Vergleich zur Gesamtbelastung der Raumluft durch andere im Gebäude verbauten Materialien?

Eva Selle: Wohngesundheit beginnt nicht mit dem Austausch des Spiegels, sondern ist ein Gesamtkonzept, das bei vielen Menschen eine immer größere Rolle spielt. Wenn Bauherren für eine bessere Raumluft auf Lösungsmittel verzichten wollen, haben sie nun auch beim Spiegel ein Produkt, das diese Anforderung erfüllt.

Also Miralite Pure schont neben der Gesundheit auch die Umwelt. Wie geht das?

Eva Selle: Durch die Verwendung von nur einer Lackschicht werden weniger Ressourcen eingesetzt. Zudem können durch die Herstellung im Inland sowie durch direkt an die Glaserzeugung angeschlossene Transportwege weitere Ressourcen innerhalb der Produktionskette sowie beim Weg zum Kunden gespart werden. Das wirkt sich erheblich auf die CO2 Bilanz aus.

Saint-Gobain ist der Glashersteller mit den meisten Umwelt-Produktdeklarationen EPDs. Liegt für Miralite Pure eine EPD vor?

Eva Selle:  Ja, auch für Miralite Pure haben wir eine Lebenszyklusanalyse, auch Ökobilanz genannt, erstellt. Diese zeigt die systematische Analyse der Umweltwirkungen des Spiegels während des gesamten Lebenszyklus‘. Wir stellen diese auf Nachfrage gerne zur Verfügung.

Wie effektiv schützt der wasserbasierte Rücklack den Spiegel vor Korrosion im Vergleich zu herkömmlichen Schutzlacken?

Eva Selle:  Unser neuer Spiegel ist in Bezug auf Korrosion absolut vergleichbar mit dem Vorgängerprodukt, dies kontrollieren wir regelmäßig mit dem CASS Kupfer-Salzsprühtest. Herkömmliche Schutzlacke enthalten Lösungsmittel, Miralite Pure nicht. Deshalb sprechen wir von einer Eco-Innovation, da die Qualität des Spiegels auch mit dieser Produktentwicklung gleichgeblieben ist.

Wie steht es um die Haltbarkeit des wasserbasierten Lacks und damit der Silberschicht des Spiegels?

Eva Selle:  Die Haltbarkeit muss den geltenden Qualitätsstandards entsprechen und ein wasserbasierter Rücklack schützt die empfindliche Silberschicht nicht nur vor Kratzern, sondern auch vor Oxidation. Die Silberschicht darf keinen Kontakt zu Sauerstoff haben, da sonst Korrosion sichtbar wird.

Ist für den Nutzer des Miralite Pure optisch ein Unterschied zu anderen Spiegeln erkennbar und ist die Herstellung aufwändiger?

Eva Selle:  Für den Spiegel wird eine besondere Glasqualität verwendet, minimale Glasfehler wären sonst sofort sichtbar. Für den Nutzer bleibt die Optik die gleiche, für den Verarbeiter ist der Miralite Pure an dem dunkleren Rücklack erkennbar. Lösungsmittelhaltige Lacke sind verbreitet, da sie kürzere Trocknungszeiten aufweisen. Viel Entwicklungsarbeit und eine enge Abstimmung mit den Lieferanten waren notwendig, um für Miralite Pure einen industriellen Prozess stabil aufzubauen.

Was sollte der Glasverarbeiter über die Verarbeitbarkeit des Materials wissen?

Eva Selle:  Miralite Pure lässt sich wie jeder andere Spiegel verarbeiten und mit den marktüblichen Spiegelklebern montieren. Sollte ein anderer Kleber oder ein anderes Klebeband zum Zuge kommen, empfehlen wir Testversuche durchzuführen oder den Kleberhersteller zu kontaktieren. Bereits bewährte Kleber führen und empfehlen wir in der Liste „Empfohlene Kleber“ auf der Produktseite auf unserer Webseite (https://de.saint-gobain-building-glass.com/de/miralite-pure).

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Matthias Rehberger, Redakteur GLASWELT, Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co. KG. Das Interview erschien in der Februar-Ausgabe 2021, die Online-Version finden Sie hier.

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Eva Selle, Produktmanagerin Spiegel bei Saint-Gobain Building Glass Deutschland