Zuckerstückchen

Wo früher die Direktoren der Badischen Zuckerfabrik residierten, hat die Unternehmenszentrale der Wirsol AG ein stilvolles neues Zuhause gefunden. Hohe Schallschutzanforderungen und zahlreiche unterschiedliche Fensterformen waren nur einige der Herausforderungen bei der Sanierung der denkmalgeschützten Art-Déco-Villa.

Es ist eine der Sehenswürdigkeiten von Waghäusel: die historische Eremitage. Und sie hat bewegte Zeiten hinter sich. Eine bizarre Konstellation legt noch heute Zeugnis davon ab. Zwei das Gelände überragende Silos sind Relikte und nahezu die letzten Überbleibsel der langjährigen Nutzung des Geländes als Zuckerfabrik. Ein weiterer Zeitzeuge ist die ehemalige Direktoren-Villa der 1838 auf dem Gelände der Eremitage eröffneten „Badischen Gesellschaft für Zuckerfabrikation“. Die Villa liegt etwas zurückgesetzt und außerhalb der auf einem kreisrunden Grundriss angeordneten Eremitage. Nach einer Generalsanierung strahlt das im Art-Déco-Stil errichtete Gebäude jetzt in neuer Farbigkeit und mit einer Vielzahl unterschiedlicher denkmalgerecht gefertigter Fenster. Neuer Besitzer der Villa ist der Dienstleister für erneuerbare Energien Wirsol, der seine Unternehmszentrale an diesen geschichtsträchtigen Ort verlegt hat. Die hocheffiziente Schallschutz-Verglasung für alle Fenster lieferte Glas Herzog. Der CLIMAplusSECURIT-Partner hat seinen Sitz nur wenige Kilometer entfernt, ebenfalls in Waghäusel.

Die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe zur Wallfahrtskirche und zum Kloster errichtete Eremitage diente den damaligen Speyerer Fürstbischöfen als Rückzugsort, wo sie sowohl Ruhe für religiöse Übungen suchten als auch Entspannung durch die Jagd. Als Folge der Veränderungen durch die Französische Revolution fielen Wallfahrtskirche, Kloster und die Eremitage 1802 an das Kurfürstentum Baden. 1837 kaufte die „Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation” die Eremitage und die Gartenanlage und baute dort eine Zuckerfabrik. Im Zuge des Ausbaus musste eine Vielzahl der historischen Gebäude neuen Industriebauten weichen – neu errichtet wurde auch die Direktoren-Villa. Sie liegt am Rande des Geländes in der Nähe einer Bahnlinie. Der 1870 erfolgte direkte Bahnanschluss der Fabrik an die Rheinbahn sorgte damals für einen Wirtschaftsboom. Heute wird die von Mannheim über Karlsruhe bis Rastatt verlaufende Bahnstrecke vor allem von Regionalzügen genutzt. Bei der Sanierung der Villa stellte deshalb der Lärmschutz eine der wichtigsten Aufgaben dar. In Verbindung mit den Denkmalschutzauflagen, die die Sanierung insgesamt zu einer besonderen Herausforderung werden ließ, bedeutete das den kompletten Austausch und die Einzelanfertigung der neuen Fenster. Dies war notwendig, weil die erst drei Jahre alten, neuwertigen Fenster nicht den Vorgaben des Denkmalschutzes entsprachen. Für die neuen Fenster kamen 73,55 m2Schallschutz-Isoliergläser CLIMAPLUS XN SILENCE 45/50 mit dem Aufbau STADIP 66.2 SILENCE/24 mm Swisspacer hellgrau/STADIP 44.2 XN SILENCE zum Einsatz. Die Peter Steinel GmbH Fenster und Türen aus Philippsburg fertigte die Fenster und baute sie ein. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn aufgrund der historischen Bausubstanz gab es tiefe Laibungen und häufig keine geraden Wände. So war es u. a. erforderlich, zusätzlich Dichtungen anzubringen, um den Schalldämmwert von 50 dB zu erreichen. Durch die Kombination aller Maßnahmen lässt es sich jetzt in allen Räumen in aller Ruhe arbeiten.

Die Villa ist nach der Sanierung ein strahlendes Zeugnis ihrer Entstehungszeit. Dafür war neben dem Fenstertausch ein ganzes Paket an Sanierungsmaßnahmen nötig, denn das Gebäude wurde vollständig entkernt, ein neues Dach aus Schieferplatten aufgebracht, die alten Parkettböden und Holztreppen wurden aufgearbeitet, die Elektroinstallation, der gesamte Heizungs-und Sanitärbereich und nicht zuletzt der Außenanstrich komplett erneuert. Zudem waren immer wieder Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde notwendig, die die Umbauzeit um mehrere Monate verzögerten. Wirsol-Geschäftsführer Markus Wirth ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Wir haben einen großen Aufwand betreiben müssen, um das Gebäude wieder in einen möglichst originalgetreuen Zustand zu versetzen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.“

Foto: © CLIMAplusSECURIT-Partner, Fotograf: Christoph Seelbach

  

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